Bildungswahn

Während in den 80ern die Handwerksberufe, wie Tischlerin, Biobäuerin, etc., beliebt waren, scheint der Mainstream der Linken im Moment zu denken, dass Bildung die Lösung aller Probleme darstellt.

Ich bin davon nicht so überzeugt. Denke, dass grade die staatlich anerkannte Wahrheit uns oft eher schaden als nutzen kann. Es sei denn die Studentin ist ein kritischer Geist und beschäftigt sich auf die Gefahr hin, schlechte Noten zu bekommen, auch mit den Zweigen der Wissenschaft, die keine gesellschaftliche Anerkennung gefunden haben.

Psychologie und Psychiatrie-Studentinnen  müssten sich dann beispielsweise mit den Texten von Kerstin Kempker, Peter Lehmann und der Irrenoffensive beschäftigen,

Studentinnen der Geschichte müssten Marija Gimbutas Bücher lesen,

Philosophie-Studentinnen Mary Dalys Werke (Es ist eine  Unverschämtheit. Ihr Name taucht nicht mal in einem Lexikon der Philosophen auf, das ich mal in Händen heilt!) , usw..

Ansonsten finde ich, dass bestimmte Bildung eher den Blick auf die Wahrheit verstellen kann, als einen klaren Blick zu fördern. Dinge die einfach denkenden Menschen oft sehr klar sind, werden durch viele Theorien verschleiert.

Ich glaube es geht eher darum, überhaupt nach zu denken. Sich die Zeit zu nehmen nichts zu tun und zu reflektieren.

Bei Menschen die dies tun ist es unwichtig, ob sie viel lesen, oder nicht. Und wenn sie es tun, dann stellen sie das gelesene in Frage. Sie reflektieren darüber und tun sich oft sehr schwer damit, eine Meinung zu übernehmen.

Lesen ohne Reflektion und ohne das gelesene am Leben, an der eigenen Lebenserfahrung,auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen (soweit wie möglich) gleicht eher einer Gehirnwäsche.

Und letzten Endes sind auch wahrnehmende nachdenkende Menschen in der Lage, die Wahrehit zu erkennen. Ich brauche beispielsweise nicht unbedingt Texte über den Zustand der Umwelt lesen. Dass die Natur krank ist, sehe ich mit bloßem Auge, wenn ich Ende des Sommers an einem Baum vorüber gehe.

Und ob ich nun denke: „Daran ist dieser und jener Stoff (benannt mit komplizierten Formeln, die die meisten nicht verstehen) schuld.“

Oder ob ich denke: „Die Menschen achten die Natur nicht, deshalb geht es ihr schlecht.“,

ist  beides gleichwertig. Klar kann ich wenn ich den Stoff und die Formel weiß, gegen den schuldige Konzern vorgehen. Das ist gut.

Es ist aber genau so gut, die Natur zu achten und zu einer Lebensgestaltung mit wenig Konsum zu kommen, die dazu führt, dass ich von jenem Konzern sowieso nichts kaufe…..

Es ist auch ein Widerspruch in sich, wenn Linke für eine Klassenlose Gesellschaft sind, aber ungebildete Menschen und deren Art zu denken nicht achten.

Ich glaube, dass es unter gebildeten Menschen genau so viele oder wenige Menschen gibt, die „etwas begriffen haben“, wie unter ungebildeten.

Es kommt auf die Fähigkeit frei denken zu können an und ob diese auch genutzt wird.