Kollektive Massenverbrechen

Die bekanntesten kollektiven Massenverbrechen sind die Hexenverbrennungen des Mittelalters und die Verbrechen der NS-Zeit.

Aber eigentlich stellt auch jeder „normale“ Krieg ein kollektives Massenverbrechen dar, denn das eigentlich schlimmste Verbrechen: der Mord, wird plötzlich legal. Ja es gilt für die Zeit des Krieges sogar als Verbrechen, ihn nicht zu begehen. (zu desertieren)

Gemeinsame Merkmale der kollektiven Massenverbrechen sind, dass es in einer bestimmten Zeit, meist auch regional begrenzt zur Norm wird, diese Verbrechen zu begehen. Sie werden von gesellschaftlichen Instanzen, die einerseits eine hohe Machtposition inne haben, aber denen die Mehrheit der Menschen auch unumschränktes Vertrauen schenkt, angeordnet und damit legalisiert und gesellschaftsfähig.

Oft wurden (und werden) sie sogar angeblich zum Wohle der gemarterten und ermordeten Menschen durchgeführt, wie bei den Hexenprozessen, die angeblich zur Rettung des Seelenheils der sog. Hexen verübt wurden.

Immer sollen sie angeblich dem Gemeinwohl dienen.

Im Mittelalter waren diese Instanzen die Päpste, in der NS-Zeit der Führer.

Einige der kollektiven Massenverbrechen waren so tief im Denken und in der Kultur der Menschen verankert, dass sie Jahrtausende überdauern konnten, wie die Wittwenverbrennungen in Indien, das Sati.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sati

Auch hier und heute werden kollektive Massenverbrechen verübt und während die meisten Menschen auf diejenigen anderer Epochen und Kulturkreise mit dem Finger zeigen, scheinen sie für diejenigen ihrer eigenen Epoche und Kultur blind zu sein.

Hierzu zähle ich die Art und Weise, wie Menschen denen eine psychische und/oder geistige Behinderung attestiert wurde und pflegebedürftige Senioren, behandelt werden.

Es gilt als normal, ihnen starke Medikamente aus der Gruppe der Neuroleptika (anti-psychotische, dämpfende Medikamente) zu verabreichen.

Die Instanz, denen die Menschen hier Vertrauen schenken, und die über jeden Zweifel erhaben scheint, ist die Ärtzteschaft.

Von diesen Medikamenten gibt inzwischen sogar die „deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie“ zu, dass die Lebenserwartung von Menschen die lange Zeit damit behandelt wurden um ca. 20 Jahre sinkt.

Andere Studien kamen zu einem Ergebnis von 20-35 Jahre verminderter Lebenserwartung durch Neuroleptika.

http://www.bgsp-ev.de/pdfs/Aderhold.pdf

Aber nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität werden stark vermindert. So vervielfachte sich die Selbstmordrate in Psychiatrien, nachdem die Neuroleptika dort in den 1950er Jahren eingeführt wurden.

Aus dem Text von Volkmar Aderhold:

„Historisch ist die Suizidrate seit Einführung der Neuroleptika bei einem Vergleich mit der kustodialen vorneuroleptischenPsychiatrie in Wales (1875 –1924) um das 20-Fache (Healy et al. 2006), inden USA seit 1950 um das 8-Fache gestiegen(Farberow et al. 1978). Auch eine norwegischeErhebung bestätigt einen Anstieg derMortalität durch Suizid und Unfälle seit Einführungder Neuroleptika (Saugstad/Odegård1979).“

Ich wurde Zeugin davon, wie Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung fast schon regelhaft diese quälenden, Lebenszeit verkürzenden Medikamente gegeben werden, und aus welchen Gründen.

In anderen Bereichen (Psychiatrie und Geriatrie, d.h. Altenheimen) habe ich lediglich kurze Einblicke gewinnen können.

In „guten“ Einrichtungen (meist Wohnheime) für Menschen mit geistiger Behinderung, bekamen ca. 50% der BewohnerInnen Neuroleptika.

In der Gruppe mit 8 Mehrfach-schwerstbehinderten Menschen, in der ich im Moment arbeite, bekommen 6 diese Medikamente.

Dies ist eine einfache Rechenaufgabe, denn eine Gruppe von Menschen, die mit Hilfe von Psychopharmaka den ganzen Tag im Halbschlaf und Nachts im Tiefschlaf gehalten wird,  lässt sich mit einem Bruchteil des Personals, das agile Menschen mit geistiger Behinderung, die ihre Bedürfnisse einfordern, brauchen würden, betreuen.

Aber Spaß macht die Arbeit mit gequälten Menschen, die fast permanent im Dämmerzustand sind, nicht!

Es genügt, wenn Bewohnerinnen etwas laut sind und deshalb auf der Gruppe angeblich „nicht tragbar“ seinen oder sie einen falschen Tag-Nacht-Rhythmus haben.

Das nennt sich dann: “ er/sie ist nicht führbar“, oder „ist nicht in den Tageslauf einzuordnen“. Selbst die doch ein wenig faschistoid anmutende Ausdrucksweise, scheint meine Kolleginnen und Kollegen nicht weiter zu stören…

Das Pflegepersonal ist durch die personelle Besetzung überfordert. (Meist hat eine Fachkraft nur von einem Zivi oder einer FSJ-Kraft Unterstützung. Oft sogar auch nur eine angelernte Hilfskraft.)

Sie fühlen sich hilflos, da mehr Personal nun mal nicht „drin“ ist und oft hoffnungslos überfordert, was natürlich kaum eine zu gibt, denn das wird ja dann ihr und nicht dem System angelastet…

Anstatt gemeinsam mit den Angehörigen für mehr und sinnvoller eingesetzte Gelder zu kämpfen, ist der Gang zum Neurologen dann die „Rettung“.

Gerettet wird damit ihr/sein Job (den sie auf die Art bewältigen kann)  und eingefroren werden Verhältnisse, die abgeschafft gehören.

Mit Sicherheit nicht der Mensch, der aufgrund der Behinderung auf Hilfe angewiesen ist.

Der oder dem wird mit dieser Praxis ein großer Teil ihres/seines Lebens zerstört!

Sarah la Kali und die Gitanos

Sind eine große Liebe von mir.

Es lebe die heilige Sarah.

http://www.youtube.com/watch?v=zf4S0EK5mBc&playnext=1&list=PL4381ABB6AB5B1F2E&index=12

 

Für die, die nicht die ganze Playliste anschauen wollen: Hier die 3 schönsten Videos (hintereinander):

http://www.youtube.com/watch?v=4afys-ZpSxk&feature=BF&list=PL4381ABB6AB5B1F2E&index=1