Normen für Liebe und Sex

Normen für Liebe und Sex

In jedem Kulturkreis und jeder Zeitepoche gab und gibt es eine Norm für Sex und Liebe.

In unserem Zeitalter ist diese gerade im Wandel.

Um den Grund für die jeweilige Norm zu erkennen, ist es zu überlegen, wer diese Norm eigentlich festlegt.

In meinen Augen sind das die jeweiligen Herrschenden. Früher die Könige und Feudalherren und heute die Wirtschaftsbosse.

Früher haben sie das über die Religionen gemacht. Das Christentum beispielsweise legt die Ehe fest und es begann von einer Untergrundsekte zur Weltreligion zu werden, nachdem sich der erste König zum Christentum bekehrt hat. Hat wohl gewusst warum.

Heute wird die Norm über die Medien, insbesondere Filme, Zeitschriften und Romane festgelegt. Medienmacher sind Menschen die genug Geld haben, einen Verlag zu gründen. Das haben die Wirtschaftsbosse und deren Erben.

Das gemeinsame Interesse der früheren Feudalherren und der heutigen Wirtschaftsbosse ist es, möglichst viel Arbeitskraft aus jedem Menschen heraus zu holen, gegen möglichst wenig Gegenleistung und unterhaltende Maßnahmen.

Nun sind Liebe Und Sexualität sehr mächtige Kräfte, die von Natur aus wahrscheinlich sehr viel Zeit und Energie der Menschen in Anspruch nehmen. Im Denken der Herrschenden: „Viel Zeit und Energie der Untertanen rauben“.

Deshalb haben sie sich bemüht, Liebe und Lust in Bahnen zu lenken. Da sollte nicht besonders viel laufen.

Früher wurden systematisch massive Ängste bei Männern geschürt, vor den Fallstricken der weiblichen Reize, der bösen Macht der Weiber, die alle weil Männer in ihren Bann ziehen und vom rechten Weg ins Verderben locken. (Was dann zu solchen Geschichten wie „Carmen“ geführt hat. Auch der Hexenhammer ist voll von solchen paranoiden Vorstellungen.)

Nun starben früher die Menschen meist dort wo sie geboren worden waren und da passte die Ehe ja gut. Hochzeiten wurden oft nach ökonomischen Gesichtspunkten von den Eltern arrangiert. Für Liebe und überschäumende Erotik war da kein Platz. Allenfalls die Söhne hatten eventuell noch ein gewisses Mitspracherecht, denn sonst funktioniert ja auch die Fortpflanzung nicht…

Echte Liebe gab es dann meist nur als Drama wie in „Romeo und Julia“ oder die „Leiden des jungen Werther“, etc..

Heutzutage sind die Anforderungen anders. Ortsständigkeit ist nicht mehr gefragt, jedenfalls nicht für alle, sondern insbesondere spezialisierte Arbeitskräfte sollen flexibel sein. (Es geht um Arbeitskräfte, darauf sind im Denken der Wirtschaftsbosse die Menschen reduziert)

Sie sollen jederzeit bereit sein dahin zu gehen, wo ihre Arbeitskraft gebraucht wird. Und zwar beide, Frauen wie Männer. Überall in Deutschland, überall in Europa und bald wahrscheinlich überall auf der Welt. Also wäre es doch am praktischsten, wenn Sexualität sehr wahllos, ohne tiefe Gefühle oder innere Bindung gelebt werden kann. „Trauer doch nicht! Es gibt doch überall schöne Frauen/Männer“, heißt es.

Ich muss aus beruflichen Gründen weg, also ciao Baby, ich such mir dann dort eine neue Geliebte.

Hinzu kommt, dass die modernen Menschen ziemlich wenig Individualität zeigen (ich schrieb nicht haben!)

Sie alle haben eine ähnliche Erziehung genossen (durch Lehrpläne festgeschrieben), sind mit den selben Filmen aufgewachsen. Ja auch was das Aussehen betrifft wird zB mit Hilfe der Zahnkorrektur, allen ein ähnliches Gesicht gegeben.

Die diversen Deos, die es überall zu kaufen gibt, sorgen dafür, dass sie auch nur sehr dezent individuell riechen. Ist doch eine Frau wie die andere und ein Mann wie der andere oder?

Da wir in einer Übergangszeit von einer Norm zur anderen leben, bestehen sie alle nebeneinander, durchmischen sich, oft in ein und der selben Person. (Vorstellungen von Treue und Zuverlässigkeit neben romantischer Liebe und sexuellen Abenteuern.)

Es besteht die Chance, dass echte Liebe und Erotik in all ihrer Wucht gelebt werden kann.

Habe aber den Eindruck, dass dafür dann tatsächlich oft die Zeit und der Raum fehlt.

Weder wenn ich frisch und glücklich verliebt bin, noch wenn ich Liebeskummer habe, funktioniere ich so richtig. In beiden Fällen bliebe ich eigentlich am liebsten im Bett…. 🙂

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Religion, Politik und Pädagogik

Wie in der Politik, so in der Religion, so in der Pädagogik

Diese 3 bilden in einer Kultur immer eine Einheit.

Die Religion, die unsere Kultur geprägt hat, ist das Christentum.

Das Christentum ist streng hierarchisch aufgebaut. Oben steht Gott, darunter sein Sohn, die Engel und dann die Apostel. Je nach Konfession, der Papst, die Bischöfe, oder die jeweiligen Geistlichen.

Sie alle, angefangen bei Jesus haben Gott bedingungslosen Gehorsam zu leisten. Sie können bitten, aber letzten Endes müssen sie das tun, was „Gottes Wille“ ist. So bat Jesus: „Oh Herr, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen“, als ein Jünger ihm mitteilte, dass gleich die Staatsdiener kommen um ihn foltern und ermorden zu lassen. Gott erklärte ihm, dass er vor habe ihn für die Sünden der Welt opfern zu lassen (anstelle eines Lammes) und Jesus fügte sich.

Gebote der Liebe Gelten für die Menschen, nicht aber für Gott selbst. So darf ein Mensch laut Bibel nicht morden, soll kranken helfen, etc.. Auch Gott hat dies getan, besonders durch seinen gehorsamen Jesus, aber wenn er will kann er eben auch foltern lassen und quälen, wie zB in der Geschichte des Hiob, wo er ihm allerhand furchtbare Krankheiten geschickt hat, um zu sehen, ob er ihm auch dann noch treu bleibt, oder nur wenn er ihm gut tut. Es gibt also nicht die Möglichkeit, einen Gott der mir schadet, so zu sagen abzuwählen.

Die Gefolgschaft soll treu bleiben, egal was die Herrschaft tut. Bedingungsloser Glaube, bedingungsloses Vertrauen.

Dies ist es, was unsere Kultur geprägt hat. Auch wenn eine großer Teil der Menschen nicht mehr wirklich gläubig ist, so habe ich den Eindruck, ist dieses Prinzip noch nicht annähernd überwunden.

In Reinform passt das alles natürlich besser zur Monarchie. Ich habe jedoch den Eindruck, dass sich nicht grundlegend etwas verändert hat. Was für die Bevölkerung verboten ist, ist dem Staat und diversen Wirtschaftsunternehmen erlaubt. So haben Regierungen Atomversuche gemacht, führen Krieg und deutsche Waffenproduzenten verkaufen in alle Welt. (Deutschland ist der 2 größte Waffenlieferant der Welt. )

Auch die Polizei als Staatsorgan darf auf Demonstrationen schlagen und verstümmeln. Wir dürfen bitten („bitte keine Atomkraftwerke“), aber am Ende macht der Staat was er will und wir müssen uns darein schicken.

Alles funktioniert streng hierarchisch von oben nach unten. (Arbeitgeber und Vermieter bestimmen die unmittelbare Lebensumwelt der Mehrheit der Menschen, ihren Tageslauf Wochenlauf, Monatslauf, Jahreslauf und wenn sie nicht aufpassen, auch ihren Lebenslauf.)

In der Pädagogik ist es das selbe. Die Methoden haben sich geändert (ähnlich wie sich die Politik rein formal von der Monarchie zur parlamentarischen Demokratie gewandelt hat.) Jedoch heißt das unangefochtene Prinzip auch jetzt noch: „Der Wille der LehrerIn geschehe.“

Alle Reformpädagogik scheitert an der kapitalistischen Verwertungslogik. Denn wie soll beispielsweise die Freiwilligkeit der Montessoripädagogik durchgehalten werden, wenn alle befürchten müssen, dass das Kind keine guten Zukunftsaussichten hat, weil es eben bestimmte Dinge nicht lernen will. Also wird am Ende meistens (in allen Fällen die ich kenne. Aber ich kenne natürlich nicht alle Fälle) gerade der Kern der M.-Pädagogik, die Freiwilligkeit, daraus eliminiert.

Die Kinder dürfen sich gegenseitig nicht weh tun. Die LehrerInnen tun dies regelhaft, in dem sie mit Hilfe der Notengebung ungeheure seelische Schmerzen zufügen oder ihnen sogar das Trauma des Ausschlusses aus der Gemeinschaft zufügen. (Angefangen beim, vor die Tür schicken, bis hin zum sitzen bleiben und überweisen in Sondereinrichtungen- Oh Fördereinrichtungen heißt es ja jetzt…. Ich vergaß.) Und die Kinder weinen und schreien, jedenfalls am Anfang. Irgendwann haben sie sich natürlich daran gewöhnt. Die anderen Kinder beobachten das und merken: Aha, ich darf kein anderes Kind zum weinen bringen, aber die LehrerInnen dürfen das.

Natürlich sind der Versuch einer Demokratie (die es real noch gar nicht gibt) und die Abschaffung der Prügelstrafe, gute Ansätze. Ich habe den Eindruck, im Grunde haben die Menschen genug von diesem Prinzip.

Es waren immer Revolutionen und Revolten, die Veränderungen herbei geführt haben. (Die Abschaffung der Prügelstrafe ist z.B. ein Verdienst der Studentenbewegung der sog. 68er Bewegung, die bis in die 80er Jahre des letzten Jahrtausends gereicht hat.)

Jedoch haben sich die Revolutionärinnen und Revolutionäre immer mit sehr wenig zufrieden gegeben, das in meinen Augen immer noch nicht zur Abschaffung der Schreckensherrschaft des Patriarchats geführt hat.

Gerechtigkeit ist noch nicht eingeführt.

Morden, Rauben, Ausbeuten und Unterdrücken sind weltweit in Politik und Wirtschaft immer noch nicht abgeschafft.

Das aber ist unser Ziel.