Klassen durch Intelligenz

Ups! Ich habe eine neue Seite erstellt und diese erscheint nicht unter der Rubrik: „Meine neusten Texte“ (da eine Seite kein Artikel ist. Hmm.), deshalb mache ich hier noch mal darauf aufmerksam. Gleich unter Seiten: „Patriarchalischer Kommunismus“.

Familie und Beruf

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

 

In meinen Augen sind Familie und Beruf zur Zeit unvereinbar. Wobei ich dazu schreiben muss, dass ich, wenn ich „Familie“ schreibe, darunter neben der biologischen Familie auch gute Freundschaften und gute Nachbarschaften verstehe. Alle Menschen und auch Tiere, die mir am Herzen liegen, sind meine Familie.

 

Der Weg, um die 2 Dinge in Einklang zu bringen, der heute beschritten wird, sind Institutionen.

Kinder kommen in den Kindergarten, die Schule, den Hort, alte und behinderte Menschen werden oft außerhalb der Familie in Heimen untergebracht.

 

Dies war sogar eine Forderung eines Teiles der Frauenbewegung, da vordem, das betreuen hilfebedürftiger Menschen unentgeltlich Frauensache war.

 

In Großfamilien und im bäuerlichen Milieu mag das noch erträglich gewesen sein, da das ganze Leben voller sozialer Kontakte war und die Arbeiten in Haus und Hof vielfältig. In Zeiten der Kleinfamilie aber, wurde die Familienarbeit für viele Frauen zum Gefängnis, in dem sie begannen verrückt zu werden und eine Änderung zwingend erforderlich.

 

Seit den 60er Jahren ist es normal und zunehmend wird es sogar zur moralischen Pflicht, sein Kind in den Kindergarten zu geben. Es werde dort besser auf die Schule vorbereitet, lerne soziale Kontakte und einen geregelten Tageslauf.

Aufgrund der Missstände in Altenheimen, werden momentan wieder mehr alte Menschen zuhause betreut, aber das geht nur so lange, wie sie mit 1,2 Stunden Pflege pro Tag auskommen. Danach scheint für die überwiegende Mehrheit ein Ende in einem Pflegeheim unumgänglich.

 

Institutionen gehören also inzwischen zu unserer Lebensnormalität.

 

Ich selber und viele die ich kenne, haben ihre Kindergartenzeit als sehr leidvoll bis hin zu traumatisch erlebt. Und zwar eigentlich egal, ob sie in kirchlichen Kindergärten, städtischen, oder in Kinderläden waren.

Für einige wenige war es eine schöne Zeit.

Tatsache ist, dass viele Kinder massiv dagegen protestieren, auf die Art zu der sie in der Lage sind.

Sie weinen und schreien wenn die vertrauten Personen sie das erste mal alleine dort zurück lassen. Manche mehr, manche weniger. Und die Erzieherinnen haben mal mehr, mal weniger Zeit, ein weinendes Kind zu trösten. Je nach Personalschlüssel und Anforderung hinsichtlich der „Schulvorbereitung“. (Es gibt Kindergärten, da erwarten die Eltern, dass die Kinder schon schreiben und lesen können, bevor sie eingeschult werden.)

 

Auch viel Mütter die ich kenne, erleben diese Situation als leidvoll. (Väter sicherlich auch, aber ich kenne keine.) Insbesondere, wenn sie alleinerziehend sind, oder aus anderen Gründen die Trennung von den Kindern sehr viele Stunden andauert.

Sie sind müde von der Lohnarbeit, aber ihre Kinder wollen nun alles an Zuwendung, was sie brauchen plappern auf sie ein, wollen kuscheln, mit ihnen Spielen. Oft fehlen den ruhe-bedürftigen Eltern die Nerven und Dramen sind dann vorprogrammiert. Sie haben all ihre Energie in der Arbeit gelassen. Das ist erforderlich, um im Konkurrenzsystem mithalten zu können.

 

Was sich für Dramen abspielen, wenn Eltern ins Pflegeheim gegeben werden müssen, brauche ich hier wohl kaum zu schildern.

Die wenigsten tun es gerne, aber unsere Arbeitswelt bietet keine Lösung für das Problem. Es gibt keinen Kinderschutz (parallel zum Mutterschutz) und deshalb meist keine praktische Lösung und auch das Verhältnis zwischen Eltern und erwachsenen Kindern ist in unseren Kleinfamilien oft so schwierig, dass es den Kindern als unerträglich erscheint, sich selber um ihre alten Eltern zu kümmern. (Hier spiegelt sich die unerträgliche Situation der Kindheit wieder, bzw. rächt sich.)

 

Für mich fühlt sich das alles wenig nach Geborgenheit an. Aber eine Lösung, die in der kapitalistischen Arbeitswelt für alle legal möglich ist, weiß ich auch nicht. Es gibt wenn überhaupt nur illegale oder halblegale Wege, wie SchwarzarbeiterInnen einzustellen, einfach im Harz 4 Bezug zu bleiben und sich allen „Eingliederungsmaßnahmen“ erfolgreich zu erwehren. (das ist ja schon fast ein Vollzeitjob!) wobei wir dann unter Umständen wieder das „Decke auf den Kopf“ Syndrom haben, wie unsere Vorkämpferinnen, die für Kitas gekämpft haben….

 

In einer Welt, in der sich die Arbeit nach den Bedürfnissen der Menschen richten kann, kann ich mir durchaus andere Wege vorstellen. (also ich meine nach der Revolution)

 

Da die Welt, so wie sie jetzt ist, über ca. 3 Jahrtausende überwiegend von Männern geschaffen wurde, da Frauen eben „in der Gemeinde schweigen“ sollten (Bibelzitat von dem Apostel Paulus, neues Testament) und Jahrhundertelang wie Besitztum gehandelt wurden, ist die Arbeitswelt ohne den Umstand der Geburt und des Stillens von Kindern entstanden.

Darüber hinaus hat unsere Arbeitswelt nur Selten wirklich mit Talent und Neigung zu tun. Insbesondere in den unteren Schichten. Die Arbeitende hat so zu funktionieren, wie der Arbeitgeber das will und auch wann der Arbeitgeber das will. Durch die Arbeitslosigkeit und die Harz 4 Praxis hat sich diese Situation verschärft. (Es besteht ein enormer Anpassungsdruck, um die Stelle zu behalten.)

 

Kinder ganztags in Institutionen zu lassen und darüber hinaus unterschiedlichen Tagesmüttern anzuvertrauen, hat selten etwas mit den Bedürfnissen von Kindern oder Eltern zu tun, sondern bedient die Bedürfnisse der Arbeitgeber, des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft.

 

Wenn Frauen in den letzten Jahrtausenden die Gesellschaft mitgestaltet hätten, sähe die Arbeitswelt sicherlich anders aus. Wobei ich auch Väter kenne, die gerne viel mehr Vater wären, als es die Berufswelt zulässt . Dies sind aber auch immer Männer, die kein Problem mit weiblicher Identifikation haben. (Also richtige Weicheier.)

Wie auch immer, es ist eine bestimmte Sorte Mensch, nämlich Menschen die in der Produktion von, im vermehren und im „verteidigen“ von Gegenständen nicht ihren Sinn des Lebens sehen, sondern deren Denken und Fühlen sich um anderes dreht.

 

Hätte die Arbeitswelt immer etwas mit Neigung und Lust am Tun zu tun, wäre es meist möglich, die Kinder einfach dabei zu haben. Es geht ja nicht darum, sich ständig mit ihnen zu beschäftigen, sondern als Anlaufstelle da zu sein. Es geht auch um so etwas wie feste Bindung und wahre Herzens-liebe, die eine Institution nun mal nicht bieten kann. (Jedenfalls nicht allen Kindern. Erzieherinnen haben immer geheime Lieblinge und die anderen fallen eben unten durch. Sie haben auch immer geheime Antipathien und den Kindern geht es dann wirklich schlecht, besonders wenn die anderen Kinder das spüren und das Kind dann zum Prügelknaben oder Prügelmädchen wird.)

 

In solch einer Welt würden auch keine Autos überall herum kurven, so dass Kinder frei wären in der Nachbarschaft andere Kinder zum spielen zu finden. Sie könnten aber jeder Zeit weg gehen, falls sie sich irgendwo nicht wohl fühlen.

Auf die Art würden sich von klein auf natürliche Gemeinschaften nach Sympathie bilden und nicht diese Zwangsgemeinschaften.

 

Sie wären auch frei von Erwachsenen jeder Zeit etwas zu lernen, denn Zeit wäre nicht gleich Geld und es macht doch viel Freude einem interessierten Kind etwas zu vermitteln.

Falls es dennoch Menschen gäbe deren Neigungen so gestaltet sind, dass sie keine Kinder dabei haben könnten, ließe sich das zumindest so organisieren, dass es immer nur ein paar Stunden wären und nie der ganze Tag.

Schön wäre es natürlich auch, wenn mehr Menschen als nur Eltern und Großeltern als konstante Bezugspersonen für die Kinder da sein können. (Freundinnen, Nachbarinnen, etc.)

 

Und auch für alte Menschen und Menschen mit Behinderung würden ganz andere Wege entstehen. Wichtig ist es für alle, Teil einer Gemeinschaft zu sein und zu bleiben.