Ida

Auf schneeigen Gipfeln thronte sie

den Kopf vom Sturm gepeitscht.

Konnte auch nicht ein einziges Leben lang ertragen

was nicht sein durfte.

Wie schwer war es, zurück zu kommen

in die miefigen Gassen.

Den Wettkampf anzutreten, um einen Ort zum Sein,

um ein Stück Brot, Liebe, Anerkennung.

Das war nicht ihre Welt.

Wusste sie doch tief in ihrem Herzen,

dass all das ihr zustand, ohne Kampf.

So wie allen anderen Menschen.

Die Welt wie sie ist, so darf sie nicht sein.

Also haben wir sie verloren.

Weg ist sie.

Gegangen und hat eine Spur hinterlassen.

Wir wollten sie zum bleiben bewegen,

aber sie wollte zum ändern bewegen.

Ich mag es nicht beurteilen,

ob ihre Entscheidung richtig war

oder falsch.

Aber sicher ist: Wir haben ihre Botschaft verstanden.

(Ida hat am 29. Juni 2011 Selbstmord begangen, nach dem sie mehrfach zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen worden war und dort entgegen ihren erklärten schriftlich niedergelegten Willen mit Gewalt Neuroleptika injiziert bekam.

Grund für die erneute Zwangseinweisung war vermutlich ihre erneute Arbeitslosigkeit.  Sie hätte Harz 4 beantragen müssen. Stattdessen wählte sie die Flucht in Traumwelten und da ihr auch die nicht gelassen wurden, den Tod.)