Mein Naziopa

Zwischen zwei Migräne-Anfällen geschrieben, am 30.7.12.

 

Mein Naziopa,

 

ich beuge mich über den Eimer

und bin er,

 

Schwer-fällig und unbeholfen,

sitze ich breitbeinig da

kotze das unsägliche aus.

 

Alles dreht sich in mir um,

das viele Blut,

ich habe geschossen

 

und dieses Gesicht,

vielleicht hat auch er Kinder zu hause,

die auf ihn warten,

eine liebende Frau.

 

Ich schieße.

Ja für meine Frau um sie zu schützen

wovor?

Das Vaterland ist bedroht.

Ja?

 

Ich werde ein Held sein,

werde gefeiert werden

 

von wegen,

sie sind hinter mir

und schauen mich scheel an.

 

Hast für die falsche Seite gekämpft.

Die Freundin meiner Frau war Jüdin,

jetz ist sie,

wo?

 

Schuldig,

schuldig bist du,

du dreckiger Vater,

du dreckiger verfluchter Vater.

 

Gesofffen hast du wieder,

bist nicht zur Arbeit erschienen.

 

Wie denn?

Nach 6 Jahren Hölle bräuchte ich 6 Jahre

Paradies.

 

Ein Arschloch bin ich,

tauge nicht mal zur Arbeit.

 

Ich werde den Kindern ein Pferd schenken,

das werde ich tun.

Sie werden mich lieben.

 

Nur nichts anmerken lassen.

Für Haltung ist es zu spät.

Diese feine Frau,

 

Ich werde es ihr zeigen,

wer der Herr im Hause ist,

wenn ich mit ihr schlafen will,

dann…

 

Ich bin ein Mörder,

kein wunder dass sie mich nicht liebt.

 

Oh das Blut,

das ganze Blut,

Einen Finger haben sie mir weg geschossen,

 

Kleinigkeit,

was ist ein Finger?

Andere verloren ihr Auge,

ihr Bein

oder ihr Leben gar.

Ich hör sie schreien.

 

Hilfe!“

Ich kann doch nicht helfen,

liege im Staub

Wo ist meine Mama?

Mama, ich will aufwachen!

So halt mich doch fest,

Mama!“

 

Sie kommt nicht,

liegst im Staub und deine Kameraden sterben dahin.

Alles ist voller Blut und Staub,

wie kann ich denn weiter leben?

 

Wie kann ich ihnen jemals erklären?

Haltung bewahren.

Oh Alkohol, meine einzige Braut,

du Salbe auf meinen Wunden.

 

Schalt doch mal den Horrorfilm aus,

ich kann nicht mehr,

gehör nicht mehr dazu,

von wegen Held!

 

Häng über dem Eimer

und kotze meinen Opa aus!

 

Oh Opa,

eines Tages musst du dir verzeihen.

Sie haben dich betrogen!

 

Ich weiß dass du mein richtiger Opa bist,

habe die Liebe zum künstlerischen Schaffen

von dir geerbt.

Und die Geige.

 

Weißt du eigentlich, dass ich keine Deutsche bin?

 

 

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