Urkommunismus und Matriarchat

Seltsam finde ich, dass fast alle Texte die mir bisher über den Weg gelaufen sind, entweder den einen oder anderen Aspekt der Urgeschichte herausstellen und den anderen verschweigen oder jedenfalls nur am Rande erwähnen.

Das wird beispielsweise bei der Interpretation der Funde in Catal Hüyük deutlich:

http://www.urkommunismus.de/catalhueyuek.html#catal

Hier wird sehr schön das urkommunistische Zusammenleben der Menschen illustriert, aber die Tatsache, das die überwiegende Zahl der Plastiken weibliche Figurinen darstellt,

http://www.google.de/images?q=bilder+Catal+H%C3%BCy%C3%BCk&um=1&hl=de&tbs=isch:1&ei=mYnzTI7ACs6AswbTxcD5CQ&sa=N&start=0&ndsp=20

wird verschwiegen.

Während hier

http://www.spiritvoices.de/knistern/catal.html

auf beide Tatsachen eingegangen wird.  Dennoch wird der Umstand, dass die Menschen kommunistisch zusammen gelebt haben, eher nur erwähnt.

(Leider kann ich den Aufsatz, in dem dieser Umstand regelrecht verschwiegen und das Bild einer Priesterinnenherrschaft gezeichnet wurde, nicht mehr finden. Oder soll ich sagen, zum Glück kann ich ihn nicht mehr finden? 🙂 )

Ich denke dies hat mit der jüngeren Geschichte zu tun. In den 70er Jahren haben sich die Feministinnen von den „roten Brüdern“ ( nicht Schwestern!) getrennt, weil sie es satt hatten, in ihrer Revolution die Rolle der Socken waschenden sexuell verfügbaren Unterstützerin, die am Abend dem großen Revolutionär seelische Rückendeckung spendet, zu spielen.

Sie sahen voraus, dass sich ihre Situation sich nach der Revolution nicht grundlegend verbessern würde.

Allerdings haben sich danach feministische Richtungen bebildet, die wiederum die Klassengesellschaft unangetastet lassen bei der ich befürchten müsste, dass sich meine Situation ebenfalls nicht wirklich verbessert.

Spirituell angehauchter Blödsinn (bei allem Respekt, den ich vor wahrer Spiritualität habe!!!!), wie diese „selbst Schuld“  Philosophie, die mit den karmischen Gesetzen erklärt wird, rechtfertigen beispielsweise den Umstand, dass materiell arme Frauen an all den tollen Workshops zu weiblicher Spiritualität, nicht teilnehmen konnten….

Aus der 1. Generation der neuen Frauenbewegung (im Gegensatz zur alten, mittelaterlichen, die wir nur noch erahnen können…) ist es übrigens interessant, Rosa Luxenburg in: „Einführung in die Nationalökonomie“  und Kollontai in ihren „Reden an die Arbeiterinnen und Bäuerinnen“ (zur Umerziehung der..!!!)  miteinander zu vergleichen.

Aus Rosa Luxenburgs Schriften scheint tiefer Respekt vor der Arbeiterklasse.  Ihre Schriften haben nicht diese Arroganz der Intellektuellen. Sie verschweigt den Umstand des Matriarchates bei den urkommunistischen Urkulturen  jedoch volständig. Sie erwähnt nur wie beiläufig, dass Frauen dort nicht die gleiche untergeordnete Rolle gespielt haben, wie im Kapitalismus und der Feudalherrschaft.

Kollontais Schriften klingen ein wenig arrogant indoktrinierend. Jedoch lässt sie den Umstand des Matriarchates nicht unerwähnt. Sie erwähnt sogar, dass sich die Volksseele eine Bewußtsein über den Urkommunismus und das Matriarchat erhalten habe und erwähnt hierbei beispilsweise den Glauben an die Göttin Diana. Damit bricht sie ein marxistisches Tabu indem sie spirituelles nicht grundsätzlich abwertend darstellt (bei ihrer Umerziehung der Bäuerinnen- grins-.) Folgerichtig wird sie ja auch später aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen.

Rosa Luxenburg bezeichnete diesen frührussischen Kommunismus ja auch treffend als: „Jakobinerherrschaft einer Handvoll Intellektueller“.

Ich denke die Umerziehung von Bäuerinnen und Arbeiterinnen aufgrund von marxistischen Dogmen, in denen jede Spiritualität grundsetzlich abgelehnt wird, ist dabei ein wichtiger Faktor und zeugt von entschieden fehlendem Respekt vor grade dieser Volksseele, die Kollontai ja auf der anderen Seite  besingt.

Vielleicht ist die Fusion von Feministinnen und Kommunistinnen ja der Punkt in der Geschichte an dem die Revolution doch noch gelingt!

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