Was ist Freiheit?

Ich finde, dies ist die grundsätzlichste Frage aller Fragen überhaupt und je nach dem, welche Definition eine Person für gültig hält, hat sie diese oder jene Ansichten.

Ich las einmal die Version:

„Freiheit bedeutet nicht, alles tun zu können was man will, Freiheit bedeutet, nicht das tun zu müssen, was man nicht will.“

Das kommt der Sache schon näher, finde ich.

Für mich ist es  entscheidend, dass die Impulse für mein tun von mir selbst kommen, um mich frei zu fühlen.

Der bekannteste staatlichen Zwänge hier und jetzt stellen für mich

die Schulpflicht,

die Wehrpflicht und

Zwangsmaßnahmen der Arbeitsämter dar, wie Bewerbungstrainings, etc….

Eine indirekte Unfreiheit entsteht aber auch über die Eigentumsverhältnisse. So kann ich über einen großen Teil meiner Lebenszeit deshalb nicht frei verfügen, weil ich besitzlos und auf einen Arbeitgeber und einen Vermieter angewiesen bin.

Dies alles ist Lebenszeit, die ich als unfrei empfinde! Ich biete nicht freiwillig meine Arbeitskraft auf dem „freien“ Arbeitsmarkt an!!!

Es gibt ja auch Notwendigkeiten, die von der Natur vorgegeben sind. Ich muss essen, brauche einen warmen Platz im Winter, Schutz als Frau, etc….

Es ist für mich aber ein großer Unterschied, ob ich diese Bedürfnisse selbstbestimmt, wo ich selber entscheiden kann wann und wie, oder nach fremdem Diktat, befriedigen muss.

Manchmal erscheinen mir all diese komplizierten Abhandlungen über Freiheit wie eine Verschleierungstaktik dieser einfachen Wahrheit, weil diese doch politisch all zu ungeliebt ist und unsere angebliche freiheitliche Demokratie als Makulatur entlarvt, um die hundertfältigen Unfreiheiten, denen der größte Teil der Mensche tagtäglich ausgesetzt ist zu verschleiern!

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Anni Adler
    Dez 01, 2010 @ 21:10:53

    Hierher gehören auch Deine Gedanken zu „Morbus Bosporus“: dass Menschen, die ständig ihre Gefühle unterdrücken oder unterdrücken zu müssen glauben, nicht frei sein können. Da gewinnt die Frage, Was ist Freiheit?, völlig andere Dimensionen. Der Begriff wäre nicht mehr beschränkt auf die „Freiheit des anders Denkenden“, oder die „Meinungsfreiheit“. Die Beschränkung auf „Denken“ und „Meinung“ in der ganzen Freiheitsdiskussion hat immer die Tatsache ausgeblendet, dass die Gefühle und die Freiheit der Gefühlsäußerung natürliche Voraussetzungen sind für jede wirklich freie (ganz wichtig: auch angstfreie) Entfaltung der Persönlichkeit. Erst dies ermöglicht Denken und Meinungen, die wirklich frei sind.

    Antwort

  2. sedidja
    Dez 03, 2010 @ 18:54:56

    Da hast du Recht.
    Wobei diese Dinge, also die Freiheit Gefühle äußern zu können und die konkrete körperliche Freiheit, dass mein Kopf, meine Hände, meine Füße, etc.. nicht das tun müssen, was ich nicht will, sich ja bedingen.

    Stellt euch mal vor, was auf dem Arbeitsamt los wäre, wenn die Menschen dort ihre Gefühle zeigen würden….. :-))

    Ich glaube da wäre so manche Sachbearbeiterin (Was für ein Ausdruck! Als ob arbeitslose Menschen Sachen wären…..) nicht mehr in der Lage ihren Job zu machen.
    Was sie sich nicht klar machen ist der Aspekt den ich schon angesprochen habe: Dadurch dass Gefühle unterdrückt werden, (In diesem Fall Zorn aber auch Verzweiflung und Existenzängste.) entstehen mächtige Explosionen (In „Morbus Bosporus“)….
    Werden schon wissen warum sie Securitys dort auf und ab laufen lassen….
    (Bei den Agenturen, die Harz 4 abwickeln, stehen immer Securitys auf den Gängen herum. Die Gänge wo die SachbearbeiterInnen sitzen, sind nur mit Terminen zu betreten.)

    Ich überlege, ob ich den Text: „Psychologisierung der Gesellschaft“ doch auch hier reinstelle. Irgendwie hat das auch etwas damit zu tun, denn nur wo Menschen derart begrenzt (oder unfrei) sind, werden durch Gefühlsäußerungen Grenzen verletzt.
    (Die andere Person will gar nicht wissen wie es mir geht, was ihr Verhalten oder ihre Ansicht, mit mir macht.)

    Antwort

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