Wirtschaft und Seelenleben

Nur Wirtschaft?

‚Das Buch: „Einführung in die Nationalökonomie“, von Rosa Luxenburg, fand ich sehr interessant.

Es beschreibt anschaulich, die Entwicklung vom Urkommunismus über die Feudalherrschaft bis zum Kapitalismus und macht dabei vieles bewusst, was uns, da es so normal ist, nicht mehr auffällt.

Einen Aspekt, den sie nur kurz angeschnitten hat, möchte ich hier nochmal vertiefen. Es geht um die Auswirkungen, die das jeweilige Wirtschaftssystem auf die Seele und die Beziehungen der Menschen zueinander hat.

In einem Urkommunismus, hat jede Person ihre bestimmten Aufgaben. Neben den Arbeiten, die alle gemeinsam bewältigt haben, wie die Feldarbeit und der Bau der Häuser, hatte jede Person noch ihre besonderen Talente.

So leistete Jede Person ihren Beitrag zum Ganzen, fühlte sich nützlich und wurde dafür (natürlich nicht nur dafür) anerkannt.

Abhängigkeit ist eine zutiefst menschliche Erfahrung. Wenn wir ehrlich sind, sind wir alle irgendo voneinander abhängig.( Die wenigsten Menschen können vom Hausbau, über Feldarbeit bis zu gesundheitlichen Pflege alles alleine für sich tun und beschaffen!)  Dies ist nicht auf die Kindheit, das Alter oder die Behinderung beschränkt. Nur der Grad der Abhängigkeit mag variieren.

Ich denke mir, dass in diesen Gesellschaften jeder Mensch irgendetwas zur Gemeinschaft beigesteuert hat und dies auch gesehen (anerkennen kommt erstmal von kennen! ) wurde. Auch eine mehrfach schwerstbehinderte Frau kann uns beispielsweise beibringen, wie wir bedingungslose Lebensfreude leben können.  Besitzt sie doch nichts von dem, was ich meine, zu meinem Glück zu brauchen und strahlt doch zum Herz-Erweichen, über Kleinigkeiten….

Anders ist es hier. So sind hier nicht nur behinderte Menschen oft auf dem „Abstellgleis“.

Unsere Wirtschaft (und das daran angeliederte Sozialsystem) hat für viele Menschen keine „Verwendung“. ( beachte hier auch den große Unterschied, zwischen dem Wort: „Nutzen“ und „nützlich“!!)

Ich glaube, dass es zu den Grundbedürfnissen gehört, sich als nützlich zu fühlen! Arbeitslosigkeit, aber auch Tätigkeiten, die monoton und nicht das geringste mit den persönlichen Interessen und Stärken zu tun haben (wie Fabrikarbeit oder das Arbeiten in einer Werkstatt für behinderte Menschen, wo aufgrund der Sparmassnahmen kaum noch anspruchsvolle Tätigkeiten wie kunsthandwerkliche Arbeiten, angeboten werden) eine, je nach Persönlichkeit, latente bis tiefgreifende Not hervorrufen können (die natürlich in der Freizeit kompensiert werden kann, wenn genug Energie, Zeit und Geld dafür vorhanden ist….).

Ein Wirtschaftssystem ist nicht nur ein Wirtschaftssystem, was uns mehr oder weniger gut mit lebensnotwendigen Dingen, wie Lebensmittel, Kleidung, etc., versorgt, sondern es hat gravierende Auswirkungen auf unser Seelenleben, macht sehr viel mit unseren Beziehungen.

Ist es doch ein Unterschied, ob Menschen zusammen arbeiten, mit und/oder für einander, oder ob es jeweils eine „Looserposition“ und eine „Gewinnerposition“ gibt, wo manche dann eben durchfallen….  Erschreckender Weise ist hier jeder Mensch ein potentieller Feind! Eine Arbeitnehmerin, die zu oft krank ist, wird für einen Arbeitgeber zur Bedrohung, da alle Firmen und immerzu von Pleite bedroht sind (momentan in steigendem Masse!).

Eine Kollegin, die das Arbeitspensum sehr viel besser schafft als ich, wird zur Bedrohung, da ich weiß, dass im Falle von „Kündigungen aus betrieblichen Gründen“ mein, und nicht ihr Arbeitsplatz wegrationalisiert wird!!!!

 

Selbst wenn es dieses Ausbeuten, den Ausverkauf der Erde (Abholzung der Regenwälder, Dumpinglöhne, etc. ), nicht gäbe, währe ich schon aus diesem Grunde für einen Urkommunismus.

Es wäre dann die allergrößte Kunst herauszufinden, was die wahren Interessen und Talente einer Person sind und sie dementsprechend zu fördern. Es würden dann nicht Menschen für eine Wirtschaft erzogen, sondern die Wirtscahft würde sich so gestalten, wie die Menschen sind. Das wäre die Konsequente Entwicklung der Montessori-Pädagogik!

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